Der Begriff Blutvergiftung wird im Volksmund als inkorrektes Pendant zu zwei medizinischen Fachbegriffen verwendet. Zum einen ist die umgangssprachlich Blutvergiftung genannte Lymphadenitis zu nennen. Diese äußert sich in einem geschwollenen Unterarm, schlechtem Allgemeinzustand mit Fieber und Schmerzen. Ein dunkel- oder hellroter Strich verläuft längs über den Arm und wird vom Laien für eine entzündete Ader gehalten. Der Volksmund weiß auch: „Wenn der rote Strich bis zum Herzen reicht, stirbt der Kranke". Das ist aber keine medizinische Aussage. Die vermeintliche entzündete Vene ist in Wirklichkeit eine durch Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger entzündete Lymphbahn. Die Erreger werden entlang dieser Lymphbahn verschleppt. Dadurch entsteht die fadenförmige Rötung und strangähnliche Schwellung.
Der zweite medizinische Fachbegriff, der vom Volksmund Blutvergiftung genannt wird, ist die Sepsis. Eine schwere Infektion die den gesamten Körper betrifft. Auch hier spricht der Volksmund von Blutvergiftung. Behandlung besteht in einer allgemeinen Breitband-Antibiotika-Gabe und Unterstützung des körpereigenen Immunsystems. Dabei kann es im Rahmen der Sepsis zu einer Überreaktion des Abwehrsystems kommen. Ist die Immunantwort des Körpers zu heftig, droht hohes Fieber, Kreislaufkollaps und Schock. Wegen dieser Gefahr ist die Sepsis eine gefürchtete Krankheit, die trotz geeigneter Therapien tödlich verlaufen kann. Daher ist es wichtig, bei Blutvergiftung Behandlung und Medikamentation so schnell als möglich einzuleiten. Einen ersten Verdacht auf eine Sepsis können folgende Anzeichen liefern: es liegt eine Verletzung oder Wunde vor, die sich nicht schließt und nicht verheilt. Allgemeine Schwäche, hohes Fieber und mangelnder Appetit weisen auf eine generalisierte Erkrankung hin. Der gesamte Organismus ist betroffen.
Je nach Schweregrad der Infektion werden Sepsis, schwere Sepsis oder septischer Schock unterschieden. Die richtige Diagnose und das Erkennen der Erreger ist dabei therapieweisend. Erfolgt die Behandlung rechtzeitig kann meist das Leben des Patienten gerettet werden.