Ein Pflegekind aufnehmen ist eine Lebensaufgabe

Ein Pflegekind wird in der Regel aus seiner Familie genommen, wenn sich die Eltern aus irgendwelchen Gründen nicht mehr ausreichend kümmern können. Die Eltern behalten jedoch das Sorgerecht.

Ein Pflegekind ist kein Waisenkind, sondern ein Kind, welches aus seiner Familie genommen wurde. Dies kann viele verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen sind die Eltern aufgrund persönlicher Probleme nicht in der Lage, ihr Kind oder ihre Kinder ausreichend zu pflegen und zu betreuen. Diese Probleme können sehr unterschiedlich sein. Häufig spielen Arbeitslosigkeit, Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch oder Drogensucht eine Rolle dafür, dass Kinder in ihren Familien vernachlässigt werden. Wenn Kindergarten, Schule oder Nachbarn das Jugendamt informieren, prüft es den Fall ganz genau, und wenn es zu dem Entschluss kommt, dass es für das Kind besser ist, für einige Zeit aus seiner Familie genommen zu werden, wird es zu einem Pflegekind und kommt in eine Pflegefamilie.

Pflegefamilien werden ebenfalls vom Jugendamt ausgewählt und müssen sich sehr strengen Normen und Prüfungen unterziehen. Damit soll sichergestellt werden, dass es den Kindern, welche ohnehin schon aus schwierigen Verhältnissen kommen, in der neuen Familie gut geht. Der Unterschied zu einer Adoption ist der, dass ein Pflegekind rechtlich gesehen weiterhin seiner Familie angehört. Die Pflegschaft ist demnach auf eine gewisse Zeit begrenzt. Wie lange, hängt von den Umständen ab, wegen der das Kind aus der Familie genommen wurde. Bei dem plötzlichen Tod der Eltern durch Unfall oder Krankheit kann die Pflegschaft sehr kurz sein, wenn das Kind oder die Geschwister bei anderen Familienmitgliedern untergebracht werden können. Bei der Unfähigkeit der Eltern, das Kind zu erziehen, kann mitunter eine Pflegschaft auch mehrere Jahre andauern. Nur in seltenen Fällen bekommen die Pflegeeltern auch das Sorgerecht für das Kind, denn sie wurden zu Pflegeeltern benannt, eben weil sie die Pflegschaft nur vorübergehend übernehmen.

Pflegeeltern müssen mental sehr stark sein, denn oftmals müssen sie das Pflegekind oder die Pflegekinder nach mehreren Jahren wieder zurück in ihre Familien geben, auch dann, wenn sie eine enge Bindung zu ihm aufgebaut haben.

Manche Pflegekinder kommen auch in so genannte Familienwohngruppen. Diese werden von gut ausgebildeten Sozialpädagogen betreut, welche ebenfalls die Rolle von Pflegeeltern übernehmen. Die Kinder verbleiben dort zu sechst oder zu siebt und leben zusammen wie Geschwister. Mit der Volljährigkeit werden sie in ein selbstbestimmtes Leben geführt.